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Interview mit Jan van Helsing

Kritische Anmerkungen zum Interview                 Startseite

Inhaltsverzeichnis
Anmerkungen zum Interview mit Jan van Helsing
Ist Jan van Helsing rechtsradikal?
Jan van Helsing und der Antisemitismus
Die Protokolle der Weisen von Zion
Eine Satire, aus der sich die "Protokolle" entwickeln
Die Französische Revolution und die "Protokolle"
Die Protokolle werden weiter gesponnen
Die Dreyfus-Affäre
Der weltweit beachtete Berner Prozess
Die Protokolle werden in Deutschland veröffentlicht
Die Federal Reserve Bank (FED)
Die Freimaurer
Johanniterorden und Deutscher Orden
Tempelritter
Die russische Revolution
Die Illuminaten
Die internationalen Großbanken
Die russische Revolution von 1917
Wer finanzierte den 2. Weltkrieg?
Skull & Bones
Quellenverzeichnis

Anmerkungen zum Interview mit Jan van Helsing     Top

Ich habe es mehrfach erlebt, dass einige Leute, die das Interview mit Jan van Helsing offenbar gelesen haben, es mit Begeisterung aufgenommen haben. Da ich mit diesen Leuten teilweise sehr kontroverse Diskussionen hatte, und in vielen Punkten ganz anderer Meinung bin als Jan van Helsing, wollte ich mich einmal kritisch mit dem Interview auseinander setzen und meine Sicht der Dinge darstellen. Ich hoffe, ihr seid mir dabei nicht böse, wenn ich hin und wieder ein wenig in die Geschichte, die Biologie, die Literatur oder die Wissenschaften abtauche, um einige Zusammenhänge etwas ausführlicher darzustellen.

Ist Jan van Helsing rechtsradikal?     Top

Zu der Frage, was Jan van Helsing zu den Vorwürfen meint, er sei ein Rechtsextremist, sagte er: "Mein Weltbild unterscheidet nicht zwischen "links" und "rechts" in der Politik, sondern zwischen Wahrheit und Lüge."

Ich kenne Jan van Helsing nicht persönlich und kann daher nicht sagen, ob er wirklich ein Rechtsextremist ist. Wenn man sich aber seine Biographie anschaut und seine Bücher liest, so könnte man den Verdacht schöpfen, er sei wirklich ein Rechtsextremist. 

Zum einen zitiert Jan van Helsing in seinem Buch "Geheingesellschaften" überwiegend aus rechtsextremen Quellen. Und die Liste reicht von den Holocaust-Leugnern, über die rechtsextremen katholischen Fundamentalisten bis hin zu christlichen Antisemiten. Da kommen  Altnazis und SS-Männer zu Wort und gerne wird aus "Vertraulichen Quellen" zitiert, die ebenfalls dem rechtsextremen Spektrum zuzurechnen sind.

Selbst die "Protokolle der Weisen von Zion", eine nachgewiesen antisemitische Fälschung, wird von Jan van Helsing über Seiten hin zustimmend zitiert, und der Holocaust wird in seinem Buch "Geheimgesellschaften" geleugnet. 01 Es erscheint mir daher sinnvoll, den historischen Hintergrund der Entstehung der "Protololle der Weisen von Zion" ein wenig Aufmerksamkeit zu widmen. Dies soll aber erst im nächsten Kapitel geschehen.

Wenn die Protokolle also nachweislich eine Fälschung sind, Jan van Helsing sie aber trotzdem immer wieder zustimmend zitiert, so kann man in seiner unreflektierten Übernahme antisemitischer Thesen, durchaus rechtsradikale Tendenzen vermuten.

Jan van Helsing, mit bürgerlichem Namen Jan Udo Holey, wurde am 02.03.1967 in Dinkelsbühl, Bayern geboren. Er stammt aus einer wohlbetuchten Familie mit einem besonderen Hang zu religiösen und esoterischen Dingen. Als Beruf gibt Jan van Helsing Heilpraktiker an. 11 In seiner Jugend war er zunächst in der Punkszene und in antifaschistischen Gruppen aktiv. 12 Mit dem Niedergang der Punk-Bewegung wandte er sich wieder verstärkt der Esoterik zu und fand außerdem neue Freunde unter rechten Skinheads und Neonazis. 13 Seine Biographie deutet also auch auf Sympathie zu rechtsradikalen Gruppen hin.

Außerdem sei darauf hingewiesen, dass seine Buch "Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhundert" (10) durch das Amtsgericht Mannheim wegen Volksverhetzung in Deutschland und der Schweiz verboten wurde. Das Buch "Geheimgesellschaften 2" (das Interview) (15) ist ebenfalls wegen Volksverhetzung in Deutschland und der Schweiz verboten. Auch stehen beide Bücher auf dem Index jugendgefährdeter Schriften und dürfen in Deutschland Personen unter 18 Jahren nicht zugänglich gemacht, nicht in der Öffentlichkeit beworben und nicht per Post versendet werden. 14

In seinen Büchern "Geheimgesellschaft" zeigt Jan van Helsing auch immer wieder die Tendenz, die arische Rasse in einem besonders strahlendem Licht und andere Rassen sehr abwertend darzustellen. Im Kapitel 29 der Geheimgesellschaften 1 ist zum Beispiel die Rede von der strahlenden Rasse der arischen Herrenmenschen und von den sogenannten farbigen Mutanten, die in ihrer geistigen Entwicklung zurückgeblieben ist. Solche Schilderungen tragen für mich eindeutig rassistische Züge.

Außerdem ist in Kapitel 29 ein Widerspruch zu finden. Einerseits berichtet Jan van Helsing, die Informationen über den Bau von Ufos wurden den beiden hellsichtigen Frauen im Dezember 1919 von den Bewohners des Sonnensystems Aldebaran mittels Telepathie übertragen, während er an anderer Stelle berichtet, die Bewohner des Sonnensystems Aldebaran hätten dieses Sonnensystem bereits vor über 500 Millionen Jahren wegen der Hitze des expandierenden Muttersterns verlassen. Außerdem sollen die Aldebaraner bereits vor etwa 400 Millionen Jahren die Erde besiedelt haben. Warum dann also die telepathische Hilfe aus dem Sonnensystem Aldebaran?

In Kapitel 29 beschreibt Jan van Helsing nicht nur das arisches Herrenvolk als lichte Gottmenschen und die farbigen Mutanten als geistig zurückgeblieben, sondern es wird von Jan van Helsing auch drauf hingewiesen, dass trotz dieser Rassenunterschiede, sich die verschiedenen Rassen respektieren und es von jeder Rasse akzeptiert wird, nicht in den Lebensraum der anderen Rasse einzugreifen. Jeder würde, im Gegensatz zur Erde, auf dem Sonnensystem Aldebaran respektieren, dass die andere Rasse eine eigene Entwicklung macht. Man mag nun argumentieren, dieses sei ja nur eine fiktive Geschichte. Auf der Erde würde man das wohl Rassismus nennen.

Jan van Helsing und der Antisemitismus     Top

Antisemitismus ist ein von Judengegnern eingeführter Begriff, der Diskriminierung und Verfolgung von Juden als Gruppe begründen und rechtfertigen sollte. Er stützte sich historisch auf rassistische Vorurteile und untermauerte damit einen völkisch, nationalistisch und sozialdarwinistisch begründeten Judenhass. Diese Ideologie formte sich nach 1789 nach dem mittelalterlichen christlichen Antijudaismus in verschiedenen europäischen Staaten.

1860 verwendete der jüdische Gelehrte Moritz Steinschneider, der zusammen mit Leopold Zunz die Wissenschaft des Judentums begründete, erstmals den Begriff „Antisemitismus“, als er den französischen Historiker und Philologen Ernest Renan wegen seiner „antisemitischen Vorurteile“ zur Rede stellte. Dieses Adjektiv nannte auch das preußische Staatslexikon von 1865, um eine dem „typisch“ Jüdischen entgegengesetzte Haltung zu kennzeichnen.

Der Begriff "Antisemitismus" richtet sich scheinbar gegen alle zur Sprachfamilie der Semiten gehörenden Völker, wurde aber nicht gegen Araber verwendet, sondern gezielt nur gegen die als „völkische Rasse“ betrachteten Juden. Er wurde und wird oft dazu benutzt, eine prinzipielle, auf Ausgrenzung, Vertreibung und Vernichtung zielende Judenablehnung zu verschleiern.

Jan van Helsing aber zitiert in seinem Buch 2 der "Geheimgesellschaften" den Rechtsradikalen Des Griffin und erklärt die Entstehung des Begriffes "Antisemitismus" wie folgt:

"Des Griffin behauptet in seinem Buch "Anti-Semitism and the babylonian Connection" (S. 4), sie (die Juden) hätten glatte $ 4.000.000.000 ausgegeben, um durch Organisationen wie die "Anti-Defamation-League of B`nai B`rith" (ADL) und die "American Civil Liberties Union" (ACLU) diesen, nicht im geringsten zutreffenden, noch haltbaren Begriff "Anti-Semitismus" in der Öffentlichkeit einzuführen. "Weder dieses Wort, noch das Wort "Semit" oder "Semitismus" ist in einem Lexikon vor dem Jahre 1875 zu finden."

Er unterstellt also den Juden, den Begriff Antisemitismus gegen eine horrende Summe selber eingeführt zu haben. Was soll man zu solchen plumpen Wahrheitsverdrehungen noch sagen, auch wenn sie nur zitiert werden? Damit soll nichts anderes erreicht werden, als den Juden auch noch die Schuld am Antisemitismus bzw. ihrer verbalen Verunglimpfung selber in die Schuhe zu schieben. Hätte Jan van Helsing bzw. Des Griffin vielleicht einmal im preußischen Staatslexikon von 1865 nachgeschaut, so hätten sie den Begriff dort wahrscheinlich gefunden. 21

Und dann möchte ich natürlich noch auf die Seite über die rassistische Einstellung Jan van Helsings in seinem Buch "Geheimgesellschaften II" von der Holocaust-Referenz hinweisen. 22

Die Protokolle der Weisen von Zion     Top

Da von Jan van Helsing die "Protokolle der Weisen von Zion" immer wieder ohne jede kritische Stellungnahme verwendet werden, obwohl ihm eigentlich bekannt sein müsste, dass diese Protokolle eine antisemitische Fälschung sind, soll an dieser Stelle darauf eingegangen werden, wie es überhaupt zu den Protokollen kam, wie sie entstanden. Nebenbei gesagt, halte ich allein die vollkommen unkommentierte Übernahme der Protokolle für sehr bedenklich.

Eine Satire, aus der sich die "Protokolle" entwickeln     Top

Offensichtlich war die 1864 vom französischen Schriftsteller Maurice Joly in Brüssel erschienene Satire gegen Napoleon III, die Grundlage für die "Protokolle der Weisen von Zion". In dieser Satire schildert der Autor einen Dialog zwischen Montesquieu und Machiavelli in der Hölle. Dabei ist Montesquieu ein französischer Adliger, der allerdings mit der französischen Aufklärung sympathisierte.  1748 schrieb er ein sehr bedeutendes Buch über den französischen Absolutismus (De l'esprit des lois/Vom Geist der Gesetze), das einerseits große Beachtung fand, andererseits aber auch heftige Attacken auslöste und später von der katholischen Kirche auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt wurde. Baron Montesquieu wurde 1730 Mitglied in einer englischen Freimaurerloge. 02

Niccolo Machiavelli war ein italienischer Politiker, Philosoph und Literat, der von 1469 bis 1527 in Florenz lebte. Literarisch bekannt wurde er vor allen Dingen durch sein Buch "Der Fürst", in dem er das politische System der Alleinherrschaft analysierte. Die Hauptaussage seines Werkes "Der Fürst" lautet verkürzt: Der Zweck heiligt die politischen Mittel. Dabei knüpft er an die politische Geschichte der Antike an und zieht Vergleiche zum 15. Jahrhundert. Dadurch wird er zu einem der Begründer der Staatsräson. Sein Fazit lautete dabei: Der Staat solle das tun, was machbar ist. Notfalls muss er dabei auch Gewalt anwenden. Ausgehend von einem pessimistischen Menschenbild, ordnete er die menschliche Bosheit den Erfordernissen der Macht unter. Schon bald entwickelten sich gegen Machiavellis Anschauungen Strömungen, der in erster Linie Kleriker (Priester), Adlige, humane Philosophen, Freigeister, Aufklärer und Ethiker anhingen, die Machiavelli als Menschenfeind brandmarkten 03.

Diese Satire verbreitete sich zunächst in Russland. Der Satire zufolge, untergraben die Juden die europäische Gesellschaft, in dem sie die französische Revolution, den Liberalismus, den Sozialismus, den Kommunismus und den Anarchismus heraufbeschworen hätten. Gleichzeitig würden sie den Goldpreis manipulieren und eine Finanzkrise schüren, die Kontrolle über die Medien erwerben und religiöse und rassistische Vorurteile nähren. Nach der Übernahme der Weltherrschaft planten sie ein monarchistisches Regime. Bei den Plänen würden die Juden von den Freimaurern unterstützt.

Die Französische Revolution und die "Protokolle"     Top

Die Protokolle waren ursprünglich reaktionäre Propaganda, die die Französische Revolution, die von 1789 bis 1799 währte, als freimaurerische Verschwörung darzustellen versuchte. Die französische Revolution veränderte die Gesellschaft Frankreichs grundlegend. Zum ersten mal gab es Meinungs- und Pressefreiheit, Gleichheit für alle Bürger vor dem Gesetz, eine unabhängige Justiz, das allgemeine Wahlrecht, eine gleiche Besteuerung für alle, sowie Berufs- und Gewerbefreiheit. Die Französische Revolution hatte also den Absolutismus hinweggefegt, in dem Adel und Kirche die Macht hatten, und auf Kosten der Bürger ein feudales Leben führten.

Offenbar konnte man es sich in einigen Kreisen nicht vorstellen, dass die falsche Haushaltspolitik eine der Ursachen für die wirtschaftliche und soziale Not im Lande war. Die Unterstützung amerikanischer Siedler im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg mit riesigen Krediten gegen den Erzfeind England führte schließlich zu einer Industriekrise. Hinzu kam schließlich eine Agrarkrise und eine falsche Industriepolitik, die schließlich dazu führte, dass Frankreich durch das industriell weiter entwickelte England mit billigen Textilien, Industriewaren und landwirtschaftlichen Gütern überschwemmt wurde, während die heimische Wirtschaft unter Missernten litt. Eine Missernte 1788, gefolgt von einem strengen Winter, führte dazu, dass die Brotpreise deutlich anstiegen. Das Haushaltsdefizit des französischen Staates nahm zwischen 1736 und 1789 so rapide zu, dass schließlich sogar ein Staatsbankrott drohte.

Die Brotpreise stiegen immer stärker an und die Armut unter den Bürgern breitete sich immer mehr aus. Der Unmut gegen den Adel und die Kirche, die von den wichtigsten Steuern befreit waren,  nahm immer mehr zu, so dass sich allmählich eine revolutionäre Stimmung gegenüber der Obrigkeit entwickelte. Der Grund für die Französische Revolution ist also nicht in einer Aufwiegelung durch Freimaurer zu suchen, sondern in der bitteren Armut und der gnadenlosen Ausbeutung durch die römisch-katholische Kirche und den Adel. Man fragte also in klerikal-konservativen Kreisen nicht nach der Ursache der Französischen Revolution, sondern suchte nach einem Schuldigen. Und den fand man offenbar in den Juden und Freimaurern. Später, rückten die "Illuminaten" (die Erleuchteten), ein deutscher Geheimbund, der 1776 gegründet wurde, und sich die Ziele der Aufklärung auf die Fahnen geschrieben hatte, ins Zentrum der Kritik. 04

In der Mitte des 19. Jahrhunderts tauchten die Behauptungen, dass die Juden und Freimaurer für die Französische Revolution verantwortlich sind, auch in der deutschen Presse auf. Prominentestes Opfer der Französischen Revolution wurde übrigens der Französische König Ludwig XVI, der am 1. Januar 1793 vor den Augen des Volkes auf der Place de la Revolution, dem heutigen Place de la Concorde, öffentlich hingerichtet wurde.

Die Protokolle werden weiter gesponnen     Top

Bald darauf schrieb der konservative deutsche Schriftsteller, Hermann Ottomar Friedrich Goedsche unter dem Pseudonym Sir John Retcliffe (später verändert in Readclif) 1868 den Roman "Biarritz". Darin beschreibt er in dem Kapitel "Auf dem jüdischen Friedhof in Prag" wie sich die Vertreter der zwölf Stämme Israels, bei ihrer jährlich stattfindenden Zusammenkunft, über den Fortschritt des Plans, die Weltherrschaft zu erlangen, beraten. Am Ende der Sitzung, drückt der Vorsitzende Levit, (ein Levit ist einer der Stammväter der zwölf Stämme Israels), die Hoffnung aus, dass die Juden in 100 Jahren die "Könige der Welt" sein werden. Diese Rede, bekannt geworden als die "Rede des Rabbiners", bildete ein Grundelement der "Protokolle der Weisen von Zion", die in breiten Kreisen übernommen wurde. 05

Bis zur endgültigen Entstehung der Protokolle, wie man die "Protokolle der Weisen von Zion" auch nennt, brauchte es noch einige Zeit. Ähnliche Vorstellungen, wie John Retcliffe sie hatte, wurden auch in Russland propagiert. Die Protokolle sind aber wahrscheinlich 1894 zur Dreyfus-Affäre von Pjotr Iwanowitsch Ratschkowski, dem Leiter der Auslandsabteilung der russischen Geheimpolizei (Ochrana), verfasst worden, die ihren Sitz in Paris hatte. Die französische Rechte wollte ein Dokument, damit man dem jüdischen Artilleriehauptmann Alfred Dreyfus die Beteiligung an der Spionage nachweisen konnte, und dieses Dokument lieferte Ratschkowski, welches fortan als Grundlage der "Protokolle der Weisen von Zion" angesehen wurde.

Die Dreyfus-Affäre     Top

Die Dreyfus-Affäre wird oft als Gipfelpunkt der damals in Frankreich weit verbreiteten antisemitischen Ressentiments, vor allem unter Konservativen, der katholische Kirche und der Armee, angesehen. Der aus dem Elsass stammende jüdische Artilleriehauptmann, Alfred Dreyfus, der im französischen Generalstab arbeitete, wurde am 22. Dezember 1894, vor allem wohl wegen seiner jüdischen Abstammung und angeblicher Spionage, zu lebenslanger Haft und Verbannung auf der Teufelsinsel bei Cayenne in Französisch-Guayana verurteilt. Dazu wurden Beweise von den Militärs gefälscht und den Verteidigern Dokumente von den Richtern vorenthalten, weil sie französische Spionagetätigkeiten aufgedeckt hätten. 1899 allerdings wird Dreyfus begnadigt, nachdem sich das ihn belastende Anklagematerial als Fälschung herausstellte.  Dreyfus wurde zum Major befördert und trat wieder in die Armee ein. Rehabilitiert wurde er erst am 11. Juli 1906. 06

Man benutzte die Protokolle allerdings nicht nur um dem jüdischen Artilleriehauptmann Alfred Dreyfus die Beteiligung an der Spionage nachzuweisen. Im zaristischen Rußland wurden die Protokolle von 1998 ebenfalls verwandt, um Russlands Reaktionäre gegen Reformer zu stärken.  Hass sollte weg vom Zaren auf die Juden gelenkt werden.

Der weltweit beachtete Berner Prozess     Top

Nach Ratschkowski, dem Leiter des russischen Geheindienstes gab es mehrere russische rechsradikale Schriftsteller, die auf der Grundlage der Protokolle Ratschkowski's das Thema über die Weltverschwörung des Judentums erneut aufgriffen und publizierten. Den größten Einfluss hatte dabei vermutlich 1905 Sergej Nilus, dessen Biographie weitgehend im Dunklen liegt und der wahrscheinlich durch einen Mitarbeiter Ratschkowski's, des russischen Auslandsgeheimdienstes in Paris, in den Besitz der "Dokumente" gelangte. Bei ihrer Flucht in den Westen, brachten die Gegner der russischen Revolution, russische Rechtsextreme, die Protokolle mit nach Deutschland.

Die Protokolle werden in Deutschland veröffentlicht     Top

In Deutschland wurden die gesamten Protokolle vom antisemitischen Verlag "Lutsch Sweta" (Ein Lichtstrahl, Berlin 1920) veröffentlicht. Eigentümer des Verlages, war der Verband gegen "Überhebung des Judentums". Laut Michael Hagemeister könnte auch die russische Nichte Sergej Nilus, die 1918 nach Berlin gezogen war und dort offenbar in rechtsextremen Kreisen verkehrte, die Protokolle aus Russland nach Deutschland geschmuggelt haben. Das Buch wurde zum Bestseller. Daneben gab es andere deutsche antisemitische Verlage, die auf der gleichen Welle ritten. Ebenfalls 1920 war von Ludwig Müller (alias Müller von Hausen) unter dem Pseudonym Gottfried zur Beck eine deutschsprachige Ausgabe der Protokolle, mit dem Titel "Die Geheimnisse der Weisen von Zion", herausgegeben worden. 07 16

Zwischen 1919 und 1923 schrieb der NSDAP-Ideologe Alfred Rosenberg, ebenfalls ein russischer Emigrant, fünf Pamphlete über die vermeintliche jüdische Weltverschwörung. Bis zum Zusammenbruch des NS-Systems wurden die Protokolle häufig in dem von Julius Streicher herausgegebenen Parteiblatt "Der Stürmer" und in der Zeitung der NSDAP (National Sozialistische Deutsche Arbeiter Partei), dem "Völkischen Beobachter", zitiert; 1933 erschien eine Ausgabe für die NSDAP.

In den 20er Jahren tauchten die Protokolle zum ersten Mal in den Vereinigten Staaten auf, wo eine Reihe von Zeitungen die "Grundthesen" veröffentlichte und die "jüdische Weltverschwörung" mit dem Bolschewismus, also der durch Lenin und Stalin entwickelten und in Russland angewandten Form des Marxismus, in Zusammenhang brachte. Zu ihnen gehörte die Zeitung "The Dearborn Independent" Henry Fords, dem Gründer des Automobilherstellers "Ford Motor Company". Sie veröffentlichte im Sommer 1920 eine Artikelserie, die sich auf die Protokolle stützte und danach als Buch mit dem Titel "The International Jews. The World's Foremost Problem" (Die internationalen Juden. Ein Weltproblem)  in einer Auflage von 100.000 Exemplaren erschien. 

Im Juni 1927 lehnte Ford, der bereits 1923 Hitlers NSDAP großzügig mit Geldspenden unterstützt hatte und der selbst 1938 noch am Aufbau der deutschen Streitkräfte massiv beteiligt war; als Dank dafür wurde er von Hitler mit dem Großkreuz des Deutschen Adlerordens ausgezeichnet, die Verantwortung für die Artikel ab und versuchte, das Buch mit großem Bedauern zurückzuziehen, doch in der Zwischenzeit war es bereits mit finanzieller Unterstützung Henry Ford's in sechs Sprachen übersetzt worden und weltweit verbreitet. In Großbritannien wurden die Protokolle 1920 von den meisten großen Zeitungen veröffentlicht; selbst die Londoner Times behandelte sie als ein ernstzunehmendes Dokument und veröffentlichte sie in ihrer Ausgabe vom 8. Mai 1920.

Als jedoch ihr eigener Korrespondent das Dokument als Fälschung entlarvte, klärte die Times am 18. August 1921 den Sachverhalt auf. Von da an waren die Protokolle in Großbritannien diskreditiert. Zwischen den Weltkriegen wurden die Protokolle weltweit in viele Sprachen übersetzt. Vor dem Zweiten Weltkrieg fanden zwei Prozesse statt, die die Protokolle der Weisen von Zion als Fälschungen bestätigten: in Port Elizabeth in Südafrika und 1934/35 in Bern  (Schweiz). 08

Am 14. Mai 1935 verkündete der Richter Walter Meyer, ein aktiver Sozialdemokrat, das lang erwartete Urteil. Meyer führte im Urteil aus, der Prozess habe mit aller wünschbaren Deutlichkeit bewiesen, dass die Protokolle ein Plagiat seien. Er bewertete den Stellenwert des Prozesses für die Zukunft mit folgenden, später viel zitierten Worten: "Ich hoffe, es werde eine Zeit kommen, in der kein Mensch mehr begreifen wird, wieso sich im Jahr 1935 beinahe ein Dutzend sonst ganz gescheiter und vernünftiger Leute vierzehn Tage lang vor einem bernischen Gericht über die Echtheit oder Unechtheit dieser sogenannten "Protokolle" die Köpfe zerbrechen konnten, die bei allem Schaden, den sie bereits gestiftet haben und noch stiften mögen, doch nichts anderes sind als lächerlicher Unsinn." 09

Die Ernüchterung indes folgte bald. Keine fünf Monate später erließ Hitler die Nürnberger Rassengesetze, die Ehen und außerehelichen Geschlechtsverkehr zwischen Juden und Nichtjuden verbot,  jüdische Beamte aus dem Staatsdienst entfernte und die Protokolle weiter verbreitete. Und schon bald wurde das erstinstanzliche Berner Urteil aus formaljuristischen Gründen wieder aufgehoben. Da es nämlich in der Schweiz kein Antirassismusgesetzt gab, beriefen sich die Berner Anwälte auf das bernische Schundliteraturgesetzt von 1916. Es ging also in der zweiten Instanz nicht mehr darum, ob die Protokolle eine Fälschung seien, allein, der vor allem gegen Pornografie gerichtete Schundliteraturparagraph sei nicht anwendbar, so urteilten die Richter im Berufungsgesetz.

Die rechtsgerichtete "Nationale Front", ein Sammelbecken der extremen Schweizer Rechten, fühlten sich nun stark, riefen zum "Marsch auf Bern" und pinselten "Juda verrecke" an die Berner Synagoge. Den Juden war das Berufungsurteil natürlich ein Dorn im Auge. Doch gingen sie nicht vor das Bundesgericht, man zog Ruhe vor. Sie schätzten die Gefahr der judenfeindlichen Propaganda, die eine neue Prozessrunde wohl mit sich gebracht hätte, als zu hoch ein. Außerdem war es mittlerweile 1937 und die Angst vor den Nationalsozialisten hatte sich unter den Schweizer Juden ausgebreitet. Sie hörten im Radio die Reden Hitlers und hatten Angst vor einer Invasion. 1938 folgte in Deutschland die "Kristallnacht", Pogrome (Ausschreitungen gegen Mitglieder religiöser, nationaler oder ethnischer Minderheiten), 1939 Krieg, Judendeportation, Massenexekutionen, 1941 Vernichtungslager.

Die Federal Reserve Bank (FED)     Top

Jan van Helsing behauptet, dass die Weltleitbörse und der US-Dollar durch die FED gehalten wird. Weiter behauptet er, dass die USA keine eigene Währung besitzt, sondern die Dollars von den privaten Notenbanken leiht. Das ganze bettet er ganz geschickt in eine jüdische Weltverschwörung und möchte damit offensichtlich den Eindruck erwecken, dass die privaten Notenbanken in jüdischer Hand sind und dass die Juden somit die Geschicke der Welt zu ihren Gunsten entscheiden.

Die Wahrheit aber ist, dass die FED gegründet wurde, um die enormen Schwierigkeiten, die man zuvor mit den unterschiedlichsten privaten und staatlichen Banken, mit den verschiedenen Notensystemen und Sicherheitseinlagen hatte, immer wieder zu Währungsunsicherheiten führten. Mehrfach kam es zu Währungskrisen, die die USA in enorme Schwierigkeiten stürzte, bei der sowohl Privatpersonen als auch Geschäftsleute in den Ruin getrieben wurden, weil die Banken zahlungsunfähig waren.

In der Bankenkrise von 1907 etwa stieg die Arbeitslosigkeit auf 20 Prozent. Millionen Leute verloren ihre Ersparnisse, Tausende von Banken erlitten einen Kurssturz und selbst einige alteingesessene Banken gingen in Konkurs. Auf die beinahe finanzielle Katastrophe von 1907, folgte eine Bankenreform die schließlich zum Federal Reserve Gesetz von 1913 führte. Dabei ging es dem amerikanischen Präsidenten Wilson vor allem darum, die Kontrolle des Währungssystems dem privaten Bankenkartell zu entreißen und sie unter staatliche Kontrolle zu stellen.

Das Bundesbankgesetz, welches schließlich 1913 verabschiedet wurde, sah 8 bis 12 autonome private regionale Reserve Banks vor, die ihre Aktionen mit dem Federal Reserve Board, der staatlichen Zentralbank, abzustimmen hatten. Die Mitglieder der staatlichen Zentralbank, inbegriffen der Finanzminister, der Buchprüfer des Bundesrechnungshofes und andere Beamte, wurden vom Präsidenten der Vereinigten Staaten persönlich ernannt. Jan van Helsing aber tut so, als wenn es diese staatliche Kontrolle überhaupt nicht geben würde. Ausserdem möchte er offensichtlich den Eindruck erwecken, als ob die privaten Banken mehr oder weniger in jüdischer Hand sind und sie machen können was sie wollen. Das ist aber nicht der Fall.

Auch den Bogen den Jan van Helsing immer wieder zu jüdischen Bankern wie Paul Warburg schlägt, soll den Anschein erwecken, dass jüdische Banker die eigentlich Mächtigen dieser Welt sind. So behauptet Jan van Helsing im Kapitel 10 des zweiten Buches "Geheimgesellschaften", dass das Haus Rothschild (Rothschild ist ebenfalls Jude) für die größte Währungskrise 1907 in Amerika verantwortlich ist, in deren Folge die Federal Reserve Bank mit dem "Agenten"  Paul Warburg an der Spitze erzwungen wurde. Damit möchte Jan van Helsing offensichtlich den Eindruck erwecken, als sei Paul Warburg ein vorgeschobener Agent jüdischen Finanzkreise. Schauen wir uns die Entstehung der Federal Reserve Bank einmal etwas genauer an.

1910 trafen sich Senator Nelson Aldrich, Frank Vanderlip von der National City Bank (heute: Citibank), Henry Davison von der Morgan Bank und Paul Warburg von Kuhn & Loeb Investment-House heimlich auf Jeckyll Island, einer Ferieninsel an der Küste Georgias. Sie diskutierten über eine Bankenreform und formulierten Pläne für die Ausgestaltung einer amerikanischen Zentralbank. Sie trafen sich heimlich, weil sie davon ausgingen, dass jeder Plan, den sie entwickelten, automatisch vom Repräsentantenhaus abgelehnt werden würde, wenn er mit der Wallstreet in Verbindung gebracht werden würde.

Weil das Treffen in Jekyll Island einerseits geheim war und andererseits eine Verbindung zur Wallstreet bestand, ist es immer wieder eine ergiebige Quelle für viele Verschwörungstheoretiker. Jedenfalls waren die Bemühungen für eine grundlegende Reform des Geld- und Bankenwesens sehr wohl überlegt. Aber der Aldrich-Plan, der in Jekyll Island in geheimer Sitzung ausgearbeitet wurde, wurde vom Abgeordnetenhaus abgelehnt. Selbst wenn das geheime Treffen auf Jekyll Island also eine Verschwörung gewesen sein soll, so scheiterte sie kläglich.

Der Aldrich-Plan sah ein System von 15 regionalen Zentralbanken vor, den National Reserve Associations, deren Aktionen von einem nationalen Ausschuss, der aus kommerziellen privaten Bankern bestand, abgestimmt wurde. Die Reserve Association sollte im Notfall Kredite an ihre Mitglieder verleihen. Weiter sollte sie eigenes Geld ausgeben, um flexibler auf die Währungsunsicherheiten reagieren zu können. Die National Reserve Association sah sich dabei in der Rolle eines finanzpolitischen Beauftragten der Bundesregierung. Obwohl der Aldrich-Plan vom Repräsentantenhaus abgelehnt wurde, diente er als Grundlage für das Federal Reserve Gesetz von 1913, welches schließlich angenommen wurde.

Das Problem des Aldrich-Plans bestand darin, dass die regionalen Zentralbanken individuell und national von privaten Bankern kontrolliert werden sollten. Dies war eine Aussicht, die den Demokraten und Präsident Wilson, der sich sehr energisch gegen ein monopolistisches Finanzkartell ausgesprochen hatte, nicht sehr gefiel. Als die Debatte im Frühjahr 1913 konkrete Formen annahm, trat der Kongressabgeordnete Arsene Pujo den Beweiss an, dass der nationale Kreditmarkt unter der festen Kontrolle einer Handvoll Banken, dem sogenannten "Money Trust" (Geldkartell) stand, vor dem Präsident Wilson so gewarnt hatte. Darum strebten Wilson und die Demokraten eine Reform an, die die Kontrolle dezentralisierte und nicht unter der Obhut des Geldkartells stellte.

Das Gesetz, welches schließlich verabschiedet wurde, war das Federal Reserve Gesetz (Bundesbankgesetz), welches seinerzeit auch als Currency Bill (Währungsgesetz) oder Owen-Glass Gesetz bezeichnet wurde. (Carter Glas aus Virginia wirkte im Kongress und Robert L. Owen aus Oklahoma im Senat an dem Gesetz mit.) Verabschiedet wurde schließlich ein Gesetz über 8 bis 12 autonome private regionale Reserve Banks, die ihre Aktionen mit dem Federal Reserve Board, der staatlichen Zentralbank, abzustimmen hatten.

Die Mitglieder der staatlichen Zentralbank, inbegriffen der Finanzminister, der Buchprüfer des Bundesrechnungshofes und andere Beamte, wurden vom Präsidenten der Vereinigten Staaten, Woodrow Wilson, persönlich ernannt. Sie alle sollen die Interessen der Öffentlichkeit vertreten. Das ursprünglich von Aldrich vorgeschlagene Federal Reserve System blieb zwar in privater Hand, aber es wurde staatlich kontrolliert. In dieser Form verabschiedete Präsident Wilson am 23. Dezember 1913 das Gesetz und das Federal Reserve System ward geboren. 18

Man hatte also sehr wohl die Gefahren des Geldkartells erkannt und stellte deshalb die amerikanische Notenbank (FED) unter staatliche Kontrolle. Paul Warburg kam dabei deshalb eine entscheidende Rolle zu, weil die amerikanische Zentralbank (FED) nach dem Vorbild der deutschen Zentralbank, mit der er als gebürtiger deutscher Banker ja bestens vertraut war, gestaltet werden sollte. Den ihm angebotenen Vorsitz der Federal Reserve Bank lehnt Paul Warburg aber als eben erst in Amerika eingebürgerter deutscher Jude ab. 19

Der sogenannte Warburg-Bericht zählt übrigens zum Standardrepertoire antisemitischer Autoren. Dieser Bericht erschien 1933 in Amsterdam. Als Autor wurde ein nicht existenter "Sidney Warburg" genannt. Kernpunkt des Buches ist die Behauptung, jener "Sidney Warburg" habe Hitlers Aufstieg zur Macht mit umfangreichen finanziellen Mitteln ermöglicht und damit zionistische Ziele verfolgt. 

Nachdem der Verlag erkannte, dass man einem Schwindel aufgesessen war, wurde die Produktion eingestampft, der Verleger entschuldigte sich bei Warburg. Einige Exemplare waren jedoch bereits in den Verkauf gelangt und tauchten später wieder auf. Nach mehreren Erpressungsversuchen der Warburgs durch den Schweizer Nazi-Sympathisant René Sonderegger alias Severin Reinhardt brachte dieser die Fälschung 1947 unter dem Titel "Spanischer Sommer" heraus.

Die Familie Warburg war nicht zum ersten Mal das Ziel von Angriffen. Der amerikanische Automobilproduzent Henry Ford verfolgte voll Argwohn die Bemühungen des Bankiers Paul Warburg, in den Vereinigten Staaten eine Zentralbank nach deutschem Muster zu etablieren. Die zahlreichen Publikationen Fords strotzten vor antisemitischen Ausfällen und Beleidigungen gegen die Warburgs.

Der deutsche Verleger von Ford, Theodor Fritsch, war wegen massiver öffentlicher Beleidigungen, die sich gegen den Hamburger Bankier Max Warburg, einem Bruder Paul Warburgs, richteten, mehrfach rechtskräftig verurteilt. Ford hatte sich schließlich 1927 für die unhaltbaren Anschuldigungen öffentlich entschuldigt. (Er produzierte allerdings weiterhin im Dritten Reich insgesamt 78.000 LKW und 14.000 Kettenfahrzeuge für die deutsche Wehrmacht und unterstütze auch die Nationalsozialisten finanziell. Dafür wurde er von Hitler mit dem Großkreuz des Deutschen Adlerordens ausgezeichnet.) Fritsch dagegen setzte seine publizistische Agitation gegen die Warburgs nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten ungehindert fort. 20

Die Freimaurer     Top

An dem Beispiel der Freimaurerei möchte ich einmal aufzeigen, wie Jan van Helsing mit der Wahrheit umgeht. Die Geschichte der Freimaurer ist erst seit etwa 300 Jahren, seit der Gründung der ersten englischen Großloge am 24. Juli1717 recht gut dokumentiert. Durch die früheren Jahrhunderte ist sie nur äußerst lückenhaft zu verfolgen.

Es scheint so zu sein, dass die Freimaurer aus den früheren mittelalterlichen Gilden und Zünften hervorging, in der sich die Angehörigen des gleichen Berufs, wie Bäcker, Metzger, Schneider und Weber in eigenen Gilden trafen, um sich in ihrem Fach zu vervollkommnen und ihr Fachwissen gegen Eindringlinge zu schützen. Die Mitglieder kannten sich persönlich; besondere Erkennungsrituale waren üblich, aber nicht notwendig. Zum Schutz vor Eindringlingen wurden den einzelnen Mitgliedern bei der Weihe besondere Erkennungszeichen gegeben. Sie gliederten sich in Zeichen, Worte, Griffe und andere Handlungen.

Die Freimaurerei besteht in der heutigen Zeit aus eingetragenen Vereinen, hält ihre Organisationsstrukturen keineswegs geheim, macht Öffentlichkeitsarbeit; sie ist aber anders, als wie von Jan van Helsing offenbar den Anschein erwecken möchte, nicht als Geheimbund anzusehen. Die Freimaurerei wurde zu einer wichtigen Stütze der Aufklärung in Europa (Französische Revolution). So waren viele Aufklärer Mitglieder von Freimaurerlogen. Freimaurer treten bis heute für Werte wie Toleranz, Brüderlichkeit und Gleichheit ein. Dies hängt auch damit zusammen, dass innerhalb der Logen ständische oder soziale Unterschiede und religiöse Herkunft oder Bekenntnis keine Rolle spielen. Die Mitglieder werden dazu angehalten, in der Gesellschaft humanitäre Werte zu fördern.

Wie aber sieht das bei Jan van Helsing aus? Er verlegt die Wurzeln der Freimaurerei schlicht und einfach in das antike Judäa, und zwar um etwa 2.000 vor Christus. Damit möchte er nichts anderes aussagen, als das die Freimaurerei ihre Wurzeln im Judentum hat. Das ist natürlich völliger Unsinn. Aber viele seiner Leser lesen das und sind davon überzeugt, das dies der Wahrheit entspricht. Er möchte mit dieser Aussage suggerieren, dass die Freimaurer identisch mit dem Judentum sind. Das ist aber nicht der Fall. Selbst als die Freimaurer 1717 gegründet wurden, wurden nicht einmal Juden aufgenommen.

Natürlich hat es im antiken Ägypten Menschen gegeben, die sich gegen die Diktatur der Pharaonen zur Wehr setzten. Und wir sollten den Menschen dafür dankbar sein, denn schließlich waren es genau solche Menschen, denen wir unsere heutige Freiheit zu verdanken haben. Es waren Menschen, die bereit waren ihr Leben für ihre Ideale von Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit zu opfern. Es waren politisch orientierte Menschen, die nicht länger bereit waren, sich dem Joch der Pharaonen unterzuordnen.

Mag sein, dass darunter auch Juden waren oder dass diese Bewegung vielleicht sogar überwiegend von Juden getragen wurde. Aber das lässt sich heute nicht mehr einwandfrei historisch belegen. Es könnte sich nämlich genau so um eine vollkommen gemischte Gruppe gehandelt haben, die sich aus den verschiedenen von den Ägyptern unterjochten Völkern zusammensetzte oder aus einer Gruppe, die in Opposition zum ägyptischen Regime stand.

Jan van Helsing aber möchte ihnen den Stempel "Jude" aufdrücken. Er möchte diese politische Bewegung negativ darstellen. Damit schürt er nichts anderes als das altbekannte Weltbild der Antisemiten und Rechtsradikalen, die das Judentum schon immer für alle Übel der Welt verantwortlich machten.

Johanniterorden und Deutscher Orden     Top

Es ist weiterhin nahezu grotesk, wie Jan van Helsing die Ritterorden des Mittelalters darzustellen versucht. Von "Johannitern" und dem "Deutschen Orden" weiß er zu berichten, dass sie in ihrem Ursprung mildtätige Orden waren. Was er aber vergisst, ist ihre ganze Geschichte zu erzählen. Schauen wir uns einmal die Vergangenheit der Johanniter an. Der Johanniter-Orden wurde 1099 gegründet. Er ging aus einem, seit 1048 erwähnten, Pilgerspital in Jerusalem hervor, das von Kaufleuten aus Amalfi (Süditalien) bereits lange vor dem ersten Kreuzzug gestiftet wurde. Von 1120 bis 1160 vollzog sich allerdings ein Wandel von der Spitalbruderschaft zum Ritterorden. Hatte der Orden bis dahin das Ziel, kranken Mitmenschen zu dienen, trat als zweiter Auftrag des Ordens die Bekämpfung des "Unglaubens" und der Schutz der Pilger hinzu.

Der Orden bestand damals aus adligen Rittern. Schon bald nahm der Ritterorden der Johanniter auch an den Kreuzzügen teil. Mit anderen Worten, die Johanniter beteiligten sich ebenso wie alle anderen Ritterorden im Namen der Religion an den grausamen Massenmorden, Plünderungen, Brandschatzungen, Vergewaltigungen und Überfällen im Orient und im vorderen Asien. Dabei ist davon auszugehen, dass besonders der Adel sich persönliche Vorteile durch die Aneignung fremder Ländereien erhoffte und an der Unterdrückung und Ausbeutung der Bevölkerung dieser Länder interessiert war. Religiöse Motive waren in der Regel nur vorgeschoben, um die eigenen Machtansprüche zu rechtfertigen.

Die Geschichte des "Deutschen Ordens" hat einige Parallelen zum Johanniterorden. Der ursprüngliche Krankenpflegeorden wurde 1198 in einen Ritterorden umgewandelt. Zunächst nahm der Orden an den Kreuzzügen im Heiligen Land teil. Im 14. Jahrhundert dagegen fanden über 50 Kreuzzüge gegen die damals heidnischen Pruzzen (Preussen) und Litauer statt. Diese vom Deutschen Orden organisierten Feldzüge wurden auch als „Reisen“ bezeichnet. Mit anderen Worten, im Namen der Kirche und des Adels wurde Preußen und Litauen wieder und wieder vom Deutschen Orden überfallen. Jedes mal fand unter der Bevölkerung ein grausames Gemetzel statt.

Aber von dieser Wahrheit steht natürlich nichts bei Jan van Helsing. Offensichtlich möchte er Wahrheit über die Ritterorden, die von rechten Kreisen immer wieder glorifiziert werden, vertuschen.

Tempelritter     Top

Es ist geradezu aberwitzig, was Jan van Helsing von den Fälschungen der Bibel und des Korans zu berichten weiß. Zudem bekommt das ganze einen antisemitischen Beigeschmack, wenn er berichtet, dass die Marcioniter, eine kleine christliche Gruppe, die unter den Tempelrittern besonderen Anklang fanden, den "Hebräergott" als den Teufel betrachten. Solche Sätze sollen beim Leser offensichtlich antisemitische Stimmungen erzeugen. Der Kampfruf der Tempelritter, die auf den Kreuzzügen an Grausamkeit nicht zu überbieten waren, lautete übrigens: "Es lebe der Gott der Liebe". Und der Versuch Jan van Helsings, die Tempelritter als "christlichen" Orden darzustellen, kann nur noch als lächerlich bezeichnet werden.

Dies scheint mir ein typisches Vorgehen von Jan van Helsing zu sein. Er reiht Argumente aneinander, die man normalerweise, wenn man sich ein wenig in der Geschichte auskennt, leicht als Fälschungen entlarven kann. Oder er berichtet von historischen Details, die einerseits umstritten oder andererseits in der Regel allenfalls den Bibelforschern bekannt sein dürften. Der leichtgläubige Jan van Helsing-Leser aber überprüft diese Angaben normalerweise nicht. Ich habe das Gefühl, die meisten Jan van Helsing-Leser nehmen es mit der Wahrheit ohnehin nicht so genau und glauben daran, dass Jan van Helsing die Wahrheit berichtet. In Wirklichkeit ist es pure Meinungsmache.

Die Religion der Templer beruht übrigens auf einer urchristlichen Vorstellung, die auf angeblich in Karthago gefundenen religiösen Dokumenten des Häretiker Marcion (94 n. Chr.) beruhen. Der Begriff Häretiker hat sich allgemein als verwendeter Oberbegriff für bestimmte christliche Bewegungen des Mittelalters durchgesetzt.

Wie bereits berichtet, betrachteten die Templer den Gott der Juden "Jahwe" als Teufel. Man kann sich natürlich leicht ausmalen, wie es aussieht, wenn gerade diese judenfeindlichen Tempelritter sich als Kreuzfahrer im Heiligen Land aufhalten. Selbstverständlich lag ihnen auch die alttestamentarische Zinsordnung schwer im Magen. Man bedenke, dass das Alte Testament einer jüdischen Sammlung biblischer Bücher entspricht.

Von daher war es vor allen Dingen das Ziel der Tempelritter, neben der moslemischen, vor allem die jüdische Kirche zu vernichten. Und man darf getrost davon ausgehen, dass es ihr Anliegen war, selber das Zinsmonopol zu erwerben. Genau so kam es dann auch. Mit anderen Worten, die Religion ist wieder einmal ein vorgeschobenes Argument. In Wirklichkeit geht es um Macht, Geld und Reichtum. Jan van Helsing allerdings versucht, die Tempelritter gewissermaßen als Mönchsorden darzustellen, denen es in erster Linie um religiöse Fragen geht. Welch eine Heuchelei.

Die russische Revolution     Top

Jan van Helsing behauptet, dass die russische Revolution überwiegend von russisch-stämmigen Juden geführt wurde. Dieses soll sogar in einer Ausstellung im Jüdische Museum in Wien dokumentiert worden sein.

Zur russischen Revolution ist folgendes zu sagen. Die sich entwickelnde industrielle Revolution vergrößerte die Bedeutung des Kapitals. Dies, sowie die allgemeine Verstädterung begünstigten die Juden, die seit jeher städtisch orientiert und mit Geldgeschäften vertraut waren. Dies führte  gegenüber anderen zu Neid und Misstrauen. Außerdem unterstützten die Juden die aufklärerischen Ideen von Freiheit und Gleichheit, da sie nur so Hoffnung auf ihre Emanzipation haben konnten. Nicht von ungefähr galten sie also manchem als Repräsentanten der neuen Zeit. Das war nicht unproblematisch, da eben diese neue Zeit viele alte Lebensverhältnisse in Frage stellte – was zu Abwehrreaktionen führte.

Besonders heftig war der Zusammenstoß von Tradition und Moderne in Russland: Zunächst und vor allem verstand sich Russland als Bollwerk gegen westliche – und das hieß aus russischer Sicht damals: liberale – Ideen. Statt Demokratie oder auch nur konstitutioneller Monarchie: Autokratie des Zaren. Zwar lebten die meisten russischen Juden - fünf Millionen, schätzt man – unter armseligsten Verhältnissen und waren in ihren Rechten auf vielfältige Weise eingeschränkt, doch tobten russische Rechtsradikale vorzugsweise an ihnen ihre Wut über befürchtete oder überfällige Veränderungen aus, die die "neue Zeit" bringen mochte. Als Juden galten sie als potentielle Agenten der verhassten Moderne. Pogrome waren an der Tagesordnung – und wurden von den Behörden zumindest stillschweigend geduldet, wenn nicht gefördert. Man hatte so ein Ventil für Tendenzen, die sich sonst leicht als Revolution gegen den Zaren hätten richten können. 17

War es also ein Wunder, dass sich besonders die Juden für Veränderungen im zaristischen Russland einsetzten? Wie weit sie sich allerdings an der russischen Revolution beteiligten, mag ich nicht zu beurteilen. Es dürfte zumindest schwer sein, den Nachweis zu führen, dass es überwiegend Juden waren, die sich an der russischen Revolution beteiligten. Diesen Nachweis soll Jan van Helsing erst einmal erbringen.

Der führende Kopf der russischen Revolution, Wladimir Iljitsch Lenin war jedenfalls kein Jude. Sein Vater war ein türkischstämmiger Kalmücke. Die Kalmücken sind ein mongolisches Volk. Sie sind das einzige mehrheitlich buddhistische Volk in Europa. Zu Lenins revolutionärer Einstellung dürfte neben den gesellschaftlichen Verhältnissen und den Erfahrungen die er als Schüler, Student und Rechtsanwalt gemacht hat, vor allem der Umstand mit beigetragen haben, dass 1887 Lenins älterer Bruder Alexander als Student in Sankt Petersburg wegen Verschwörung und versuchten Mordes an Zar Alexander III. hingerichtet wurde.

Die Illuminaten     Top

Im siebten Kapitel seines Buches beschäftigt Jan van Helsing sich mit dem Begründer der Illuminaten, Adam Weishaupt. Zumindest gibt er vor, sich mit Adam Weishaupt zu beschäftigen. In Wirklichkeit breitet er fast über 3/4 des Kapitels die "Protokolle der Weisen von Zion" aus, einer antisemitischen Fälschung, und unterstellt Adam Weishaupt, er hätte ein Dokument entworfen, das "Testament des Satans" welches inhaltlich mit den "Protokollen" identisch ist, und welches die Ziele der Illuminaten darstellt.

Mit anderen Worten, er geht nur mit zwei, drei Sätzen auf die Motive und Ziele der Illuminaten, einem bayrischen Geheimorden, der sich der Aufklärung verschrieben hatte, ein, und unterstellt ihnen die übelsten Motive. So sei es das Ziel der Illuminaten, persönliche und völkische Gegensätze, Rassen- und Glaubenshass in Europa zu schüren, in allen Erdteilen Streit, Hass und Feindschaft zu säen, Hunger und Entbehrungen, Kriege und Seuchen zu verbreiten und alle möglichen anderen Schandtaten zu betreiben, damit die Illuminaten die Weltherrschaft erringen können.

Dabei ist von vornherein klar, wer diese Illuminaten sind. Das hat er bereits in den vorhergehenden Kapiteln ausführlich beschrieben. Es sind schlicht und einfach die Juden. Einer dieser oberbösen Juden ist in Jan van Helsings Augen offensichtlich der Bankier Mayer Amschel Rothschild. Den zehrt er gewissermaßen immer wieder durch das ganze Buch, wenn es darum geht, die Schandtaten der Juden aufzuzählen.

So soll es auch Rothschild gewesen sein, der Weishaupt den Auftrag gab, den geheimen Illuminatenorden zu gründen. Das ist natürlich völliger Unsinn. Professor Weishaupt hatte es bestimmt nicht nötig, sich von irgendjemandem den Auftrag zur Gründung des Illuminatenordens geben zu lassen. Weishaupt war selber über die herrschenden Zustände seiner Zeit so empört, dass er den Illuminatenorden gründete. Dazu bedurfte es keines Rothschilds.

Ich habe eben ein wenig über Rothschild gelesen, dabei ist mir folgende Information über den Weg gelaufen, die ich einmal hier einfügen möchte. Es zeigt, wie so manch einer zu seinem Geld gekommen ist:

Wilhelm I. (1743–1821), seit 1803 Kurfürst von Hessen-Kassel, war einer der reichsten Herrscher Europas und auch einer der wichtigsten Geldverleiher auf dem Kontinent (sein Vater, Friedrich II Landgraf von Hessen-Kassel, legte diesen Grundstein durch Vermietung von Untertanen als Söldner an andere europäische Herrscher).

Gleich zu Beginn des Kapitels erzählt Jan van Helsing, dass es bereits zu biblischen Zeiten in Mesopotamien (im heutigen Irak) eine "Bruderschaft der Schlange" gegeben habe, die ja eigentlich die wahren Illuminaten seien. Sie seien zwar niemals unter dem Namen der Illuminaten aufgetreten, aber nach dem Motto "Das Böse ist immer und überall" wird erst einmal eine verschwörerische Geheimorganisation erfunden.

Damit möchte er offensichtlich zeigen, wie belesen er ist. Dabei ist die ganze Geschichte von vorne bis hinten erfunden. Diesen Sachverhalt findet man immer wieder in Jan van Helsings Bücher. Da werden die abenteuerlichsten vermeintlich historischen Begebenheiten erzählt, von denen allerdings nur Jan van Helsing etwas weiß. Und zwar aus dem Grunde, weil sie entweder in seinem Kopf entstanden sind oder weil er sie ungeprüft von anderen übernommen hat.

Etwas später veröffentlicht er dann seine kindlichen Klischees über Geheimorganisationen. Er geht kaum darauf ein, warum der Illuminatenorden überhaupt gegründet wurde, sondern verliert sich in die geheimen Strukturen, um damit offensichtlich auszudrücken, dass der Illuminatenorden ja eigentlich nur böses im Schilde geführt haben kann.

Man sollte aber bedenken, dass es im 17. Jahrhundert sehr gefährlich sein konnte, gegen die Feudalherrschaft, gegen die Politik des Adels und der Kirche aufzubegehren und die Abschaffung deren Privilegien zu fordern. Also war man gezwungen, Geheimorden zu gründen, um nicht gleich in nächsten Kerker zu landen, was oftmals dem Tode gleich kam.

Und nebenbei erwähnt, hat der Illuminatenorden nicht einmal Juden aufgenommen. Denn vielfach war der Hass auf die Juden selbst unter den vermeintlich aufgeklärten Illuminaten ebenso vorhanden. Das beste Beispiel ist der Judenhasser Richard Wagner. Schließlich ging es dem Illuminatenorden nicht nur um mehr Rechte und Freiheiten, sondern auch um ihre ganz persönlichen materiellen Vorteile. Liest man aber bei Jan van Helsing etwas über den Illuminatenorden, so gewinnt man den Eindruck, dieser Illuminatenorden sei ein jüdischer Orden. Diese Einschätzung beruht allerdings ausschließlich auf Jan van Helsings Antisemitismus.

Wenn man Jan van Helsing liest, dann sind den Illuminaten selbstverständlich alle Mittel recht, um die Macht zu erringen. Dabei lässt er vollkommen außer acht, dass die Illuminaten sich nicht nur als gesellschaftsverändernde politische Gruppe verstand, sondern an sich selber hohe ethische und moralische Maßstäbe setzte.

Der Illuminatenorden sollte also nicht als skrupellose und machtbesessene Gruppe angesehen werden, die sich die Weltverschwörung auf die Fahnen geschrieben hatte, sondern als ein Orden, der für den gesellschaftlichen Wandel zu mehr Freiheit, mehr Gleichheit und mehr Gerechtigkeit eintrat. Aber Jan van Helsing schreckt selbst davor nicht zurück, die Frau eines der Begründer des Zionismus, Theodor Herzl (er schreibt zwar HERZ, aber ich bin davon überzeugt, er meint Herzl), als Prostituierte an Marquis de Mirabeau darzustellen, um diesen für die Ziele der Illuminati zu gewinnen.

Die internationalen Großbanken     Top

Weiter behauptet Jan van Helsing, dass internationale Großbanken im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg alle kriegsführenden Staaten finanziert haben. Er rahmt diese Behauptung mit der Feststellung ein, dass die russische Revolution überwiegend von russisch-stämmigen Juden geführt wurde.

Damit beabsichtigt er offensichtlich, eine Verknüpfung zwischen der, aus seiner Sicht, vermeintlich jüdisch-russischen Revolution, und den Großbanken des ersten und zweiten Weltkrieges herzustellen. Etwa nach dem Motto: Jüdische Großbanken haben nicht nur den ersten und zweiten Weltkrieg finanziert, sondern ihn auch an führender Stelle ausgeführt, um in einer Weltverschwörung die Macht an sich zu reißen.

Der Übersicht halber, möchte ich dieses Kapitel in drei Unterkapitel aufteilen. Zuerst möchte ich kurz auf die russische Revolution von 1917 eingehen und untersuchen, welche Rolle die russischen Juden dabei spielten. Danach möchte ich mich mit der Finanzierung des Zweiten Weltkrieges beschäftigen. Es soll dabei um die Frage gehen, ob sowohl Russland als auch Deutschland im zweiten Weltkrieg von denselben Finanziers bezahlt wurden.

Weiter geht es um die Frage, wer diese Finanziers waren. Ich möchte mich bei der Finanzierung der kriegsführenden Parteien auf den Zweiten Weltkrieg beschränken, da der Beitrag sonst zu umfangreich wird. Die US-Politik im Ersten Weltkrieg kann man bei us-politik.ch nachlesen 25 26. Die dritte Frage, mit der ich mich beschäftigen möchte, ist die Frage, welche Rolle die amerikanische Geheimgesellschaft Skull & Bones bei dieser Finanzierung spielte.

Die russische Revolution von 1917     Top

Auf die Frage, ob die russische Revolution von 1917 überwiegend von Juden angeführt wurde, bin ich unter Punkt 23 ausführlich eingegangen. Um es kurz zusammenzufassen, sei gesagt, dass die russischen Juden sich natürlich unter der Jahrhunderte langen Ausgrenzung und den vielen brutalen Pogromen, die vor allem von Rechtsradikalen an den Juden verübt wurden, sich schon 150 Jahre vor der russischen Revolution, politisch gegen das Zarenregime organisierten.

Zur Zeit der russischen Revolution befand sich das russische Volk in einem revolutionären Gärungsprozess, der natürlich auch die Juden erfasste. Der Erste Weltkrieg hatte die Bevölkerung in bitterste Armut gestürzt, die in den Industriezentren zu Hungerrevolten, Streiks und Demonstrationen führten. Zar Nikolaus II. jedoch ließ die Demonstranten zusammenschießen, die politischen Gegner ermorden und im ganzen Land ein Spitzelsystem einführen.

Die Verhaftung von Regimekritikern aber konnten der revolutionären Stimmung nicht entgegenwirken, sondern führte nur zu einer stärkeren Radikalisierung, die bald das ganze Volk erfasste. Die Juden sahen in der Revolution einerseits die Möglichkeit das selbstherrliche Zarenregime zu beseitigen, und sich andererseits von der Jahrhunderte langen Außenseiterrolle zu befreien. Innerhalb der Juden waren die Interessen allerdings sehr unterschiedlich. Ein Teil von ihnen organisierte sich in eher gemäßigten sozialistischen, ein anderer in revolutionär anarchistischen oder marxistischen Gruppen.

Wenn man also davon spricht, dass die russischen Juden eine führende Rolle in der russischen Revolution einnahmen, so sollte man die Jahrhunderte lange Unterdrückung der Juden durch das Zarenregime und die schon frühzeitige politische Organisation der Juden gegen die Zarenwillkür nicht unerwähnt lassen. Abgesehen davon darf man nicht vergessen, dass sich in diesem Kampf viele Juden auf der anderen Seite der Barrikaden, nämlich auf der kapitalistischen Seite befanden. Aber alle diese historischen Details bleiben bei Jan van Helsing unerwähnt.

Wer finanzierte den 2. Weltkrieg?     Top

Und nun zu der Behauptung Jan van Helsings, dass dieselben internationalen Großbanken im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg alle kriegsführenden Staaten finanziert haben, sowohl Deutschland als auch England und Polen. Aber ich möchte mich auf den Zweiten Weltkrieg beschränken, da schon die Beschäftigung mit der Finanzierung des Zweiten Weltkrieges sehr umfangreich ist.

Das Buch "Wallstreet and the rise of Hitler" von Anthony C. Sutton, erschienen 1976, behandelt die Rolle amerikanischer Industrieller und Finanziers beim Aufstieg Hitlers und bei der deutschen Aufrüstung bis hin zum Zweiten Weltkrieg. Sutton bezieht sich in "Wall Street and the Rise of Hitler" vor allem auf Material, das von amerikanischen Behörden im Zuge der sogenannten Kriegsverbrecherprozesse zusammengetragen wurde.

Das Buch unternimmt es, für den deutschen Nationalsozialismus in einem Band dasselbe plausibel zu machen, was Sutton für die Sowjetunion in mehreren Bänden ausgebreitet hatte: Dass amerikanische Wirtschaftskreise sowohl bei der Entstehung des nationalsozialistischen Regimes Geburtshilfe geleistet als auch an seiner wirtschaftlich-technologischen Aufpäppelung und Aufrüstung mitgewirkt hatten.

Am bedeutsamsten war die Verbindung zwischen Rockefellers Standard Oil und den deutschen IG Farben, eine Koalition, die man leicht für wichtiger halten könnte als alle Bündnisse oder Feindschaften zwischen Staaten in dieser Zeit und der wohl auch der Verlauf des Zweiten Weltkrieges nicht allzu viel anhaben konnte.

Dieses Bündnis zwischen Standart Oil und IG Farben war für Deutschland kriegswichtig. Der Präsident der Standard Oil of New Jersey, der wegen dieser Lieferungen angegriffen wurde, sagte: "Der Wehrmacht solche technische Hilfe nicht zu leisten, dafür hätte es keine Rechtfertigung gegeben." Die Hilfe zog sich über mehr als ein Jahrzehnt hin und war so bedeutend, dass ohne sie die Wehrmacht nicht in den Krieg hätte ziehen können.

Die Unterstützer Hitlers waren, von einigen Ausnahmen abgesehen, nicht Firmen von rein deutschen Ursprung. Außer bei Thyssen und Kirdorf waren es in den meisten Fällen die deutschen multinationalen Firmen, wie  IG Farben, AEG, DAPAG (Deutsche Amerikanische Petroleum AG) usw. Diese Multinationalen waren in den zwanziger Jahren mit Hilfe von amerikanischen Anleihen aufgebaut worden und hatten in den frühen Dreißigern amerikanische Direktoren und eine bedeutende amerikanische finanzielle Beteiligung.

Von J.P. Morgan, Anfang des 20. Jahrhunderts die mächtigste Bank in den USA, wurde berichtet, dass sie in den USA beide politischen Lager unterstützt habe, um beide beeinflussen zu können. Dieses auf der heimischen Bühne eingeübte Verhalten wurde dann im 20. Jahrhundert auf die Außenpolitik übertragen. Es beginnt eine weltweit orientierte Interventions- und Einflusspolitik von Kreisen der amerikanischen Finanzwelt und Industrie.

Ein wichtiges Vehikel war nach Sutton beispielsweise 1915 die Gründung der AIC (American International Corporation). In dieser Unternehmung fanden sich Interessen einer größeren Reihe von Wall-Street-Firmen und -Unternehmungen zusammen, u.a. die Interessen des Morgan- und des Rockefeller-Komplexes und damit der zwei größten wirtschaftlichen Machtzusammenballungen im damaligen Amerika und wohl der ganzen Welt.

Zu den immer wiederkehrenden institutionellen Zusammenhängen gehören die Morgan-Bank und die Interessen der Rockefeller-Familie - d.h. insbesondere das Standard Oil-Imperium und die Chase Manhattan Bank, in geringerem Maße auch die Warburg-Familie.

Aber auch große Konzerne wie General Electric, ITT oder Ford tauchen regelmäßig auf, sogar eine öffentliche Institution wie die New Yorker Federal Reserve Bank (die amerikanische Notenbank). Eine bedeutende Rolle spielt bei Sutton auch eine relativ kleine, aber in der ersten Jahrhunderthälfte offenbar einflussreiche New Yorker Bank: Guaranty Trust.

Andererseits strebten Rockefeller, Morgan und Genossen danach, ihr Monopol zu erlangen, um ihre Profite durch den Einfluss auf den politischen Staatsapparat maximal auszubauen.

Durch das sowjetische System der Planwirtschaft, welche nach der Revolution von 1917 durch die Bolschewiki eingeführt wurde, wurde ein möglicher Konkurrent, nämlich die freie russische Wirtschaft, an der Entwicklung gehindert. Zum anderen bot das Staatsmonopol der Bolschewiki ausländischen Teilnehmern monopolartige Möglichkeiten auf dem russischen Markt, wenn sie sich mit der Staatsmacht ins Einvernehmen zu setzen wussten.

Das zu erreichen war nach Sutton ein Hauptzweck der amerikanischen Unterstützung für die Kommunisten. Dieser Zweck ist zugleich in einem viel höheren Maße erreicht worden, als das ins öffentliche Bewusstsein gedrungen ist.

Sie wollten Märkte, die man monopolistisch ausbeuten könnte ohne Angst durch eine Konkurrenz von Russen, Deutschen oder irgendjemandem sonst - auch nicht von amerikanischen Geschäftsleuten außerhalb des Kreises. Diese geschlossene Gruppe war apolitisch und amoralisch. 1917 hatte sie nur ein einziges Ziel - den Markt in Russland zu beherrschen; das alles sollte präsentiert und intellektuell unterfüttert werden von einer Liga zur Durchsetzung des Friedens.

Wall Street hat ihr Ziel in der Tat erreicht. Amerikanische Firmen, die von dem Syndikat kontrolliert wurden, haben nach dem Krieg die Sowjetunion mitaufgebaut und sind noch heute dabei, den sowjetischen militärisch-industriellen Komplex ins Zeitalter des Computers zu bringen.

Und damit haben diese amerikanischen Oligarchien gleich doppelt verdient. Zunächst rüsteten sie Deutschland und die Sowjetunion für den Zweiten Weltkrieg auf. Nachdem der Krieg zu Ende war, belebten sie die Rüstungsspirale in diesen Ländern erneut. Und zwar in einem bisher nicht gekannten Ausmaß.

Sowohl Thyssens wie Flicks Bankgeschäfte fließen über die von Prescott Bush, dem Urgroßvater des heutigen amerikanischen Präsidenten George W. Bush, geführte Union Banking. Ohne die Gelder von Thyssen (über seine Bank voor Handel en Scheepvaart) und von Harrimans Hamburg-Amerika Line wäre Hitler 1933 nicht an die Macht gekommen. Hitlers SA, mit Waffen aus amerikanischer Produktion ausgestattet, zerschlug die Opposition daraufhin nachhaltig.

US-Investoren unterstützen die Nazis nicht heimlich, sondern so offen, dass der US-Botschafter in Deutschland, William E. Dodd, 1937 einem Reporter der "New York Times" mitteilt: "Eine Clique US-Industrieller ist wild entschlossen, einen faschistischen Zustand zu erschaffen, um unsere demokratische Regierung zu verdrängen und arbeitet eng mit dem faschistischen Regime in Deutschland und Italien zusammen. Ich habe oft Gelegenheit an meinem Arbeitsplatz in Berlin gehabt, zu beobachten, wie nah einige unserer amerikanischen regierenden Familien zum Naziregime stehen."

Der Ölhandel bleibt während dem Krieg erstaunlich intakt. Rockefellers Standard Oil of New Jersey beliefert Deutschland auch im Krieg. William Stamps Farish organisierte das Kartell von Standard Oil of New Jersey, der späteren Exxon, mit der IG Farben, die seit 1940 mit Zwangsarbeitern in Auschwitz produziert. Und die Amerikaner, auch Texaco, liefern den Deutschen Benzin, Motorenöle und Diesel für die Flugzeuge, Panzer und U-Boote.

Harriman, Rockefeller und Prescott Bush organisierten und bezahlten Eugenik-Kongresse (Eugenik = Vernichtung unwerten Lebens) in mit Nazi-Ideologen wie Dr. Ernst Rüdin oder Alfred Plötz in den USA. Auf Initiative von Rüdin wurden 250.000 Blinde, Taube und Alkoholiker sterilisiert, wozu sie eine Generation von Ärzten ausbildeten. Seit Kriegsbeginn werden Behinderte und "Degenerierte" meist umgebracht. 24

Schaut man sich die Liste der prominenten Unterstützer der Kriegsparteien im zweiten Weltkrieg an, so findet man darunter auch einige Juden, wie z.B. John D. Rockefeller, Paul Warburg und einige andere. Daraus aber eine jüdische Weltverschwörung machen zu wollen, hat mit der Realität wenig gemeinsam. Rockefeller, Warburg und andere amerikanische jüdische Geschäftsmänner verhielten sich nicht so, weil sie Juden waren, sondern weil sie sich entgegen ihrem Glauben unpolitisch und unmoralisch verhielten.

In Wirklichkeit hätte niemand mehr Grund als die Juden selbst, über Rockefeller, Warburg und andere jüdische Geschäftsmänner zu klagen. Waren es doch die Aktivitäten dieser Leute, die unendliches Leid über die Juden auf der ganzen Welt brachten. Selbst das tödliche Gas Zyklon B stammt von Rockefellers US-Firma Standard Oil of New Jersey, ein Partner der IG Farben. 31

Bei genauerer Betrachtung stellt man fest, dass diese jüdischen Geschäftsmänner nur einen kleinen Teil dieser skrupellosen amerikanischen Geschäftswelt darstellt. Besonders der Geldadel des amerikanischen Ostküsten-Establishments, der sich bei Skull & Bones zu konzentrieren scheint, verfügt über eine ungeheure Macht. Bei Skull & Bones spielen Juden allerdings eher eine untergeordnete Rolle, da dort vorwiegend eine antisemitische Einstellung anzutreffen ist. Über Skull & Bones und ihre Geschäftspraktiken soll nun berichtet werden.

Skull & Bones     Top

1968 veröffentlichte der amerikanische Historiker Anthony Sutton sein Buch "Western Technology and Soviet Economic Development". In drei starken Bänden zeige er detailliert auf, wie der Westen die Sowjetunion aufgebaut hatte. Aber das Werk hinterließ ein scheinbar unlösbares Rätsel. Er stellte sich die Frage: Warum haben wir (die amerikanische Wirtschaft) das gemacht? Warum haben wir die Sowjetunion aufgebaut, während wir gleichzeitig Technologietransfer nach Hitlers Deutschland betrieben? Warum will Washington diese Fakten verheimlichen? Warum haben wir die militärische Macht der Sowjetunion gestärkt?

Suttons Enthüllungen über Skull & Bones sind teilweise in rechtsgerichtete Theorien einer "jüdischen Weltverschwörung" in Fortschreibung der "Protokolle der Weisen von Zion" aufgenommen worden, obwohl das Suttons Intentionen gar nicht entspricht und er das Gegenteil belegt, nämlich den rassistisch-elitären, tendenziell nazifreundlichen, antisemitischen, proarabischen, öl- und machthungrigen, blaublütigen, Charakter der 1832 gegründeten Bruderschaft, deren Kern stets von den reichen Familien des Neuengland-Adels gebildet wird und der allenfalls Alibi-Mitglieder anderer Nationen oder Religionen aufnimmt.

Die Mentalität der S&B-Brüder geht nicht nur von einer Überlegenheit der weißen Rasse aus, sondern auch von ihrem Recht, als elitäre Ritter dieser Rasse die Geschicke der Menschheit zu kontrollieren. Ihre Philosophie entspricht nach Sutton der hegelianischen: Man konstruiere sowohl die These als auch die Antithese und mache sich in diesem "konstruktiven Chaos" durch die Synthese zum Herrn der Situation.

Beispielhaft macht Sutton dies an den Aktivitäten von Averell Harriman fest, der als Partner von Prescott Bush, dem Großvater des heutigen amerikanischen Präsidenten George Bush, über die "Union Banking" einerseits die Nazis mitfinanzierte, andererseits mit seiner "Garanty Trust Company" aber auch die Aufrüstung der Sowjetunion unterstützte. Harriman, der in den Jahre 1952 und 1956 als demokratischer Präsidenschaftskandidat nominiert war, unterlag aber Harry S. Truman und Adlai Stevenson. Er beriet wie Bonesbruder Henry L. Stimson (amerikanischer Außen- und Verteidigungsminister) in Sachen Kriegsführung insgesamt 6 US-Präsidenten. 27 28

In nachfolgenden Büchern, der Wall-Street-Serie, hat Anthony Sutton neue Fragen hinzugefügt, aber keine Antworten gefunden. Er war zu der Schlussfolgerung gelangt, dass es keine rationale Antwort gab, die bewiesen werden konnte. Dies änderte sich schlagartig, als er um 1985 von einem verstimmten Bonesmen ein 20 cm dickes Paket voller Dokumente erhielt, nichts Geringeres als die Mitgliederlisten einer amerikanischen Geheimgesellschaft. Beim Durchlesen der Blätter wurde mehr als offensichtlich, dass das keine gewöhnliche Gruppe war.

Diese Namen bedeuteten Macht, sehr viel Macht. Als ich die einzelnen Individuen erforschte, wurde ein Muster sichtbar und eine vorher unsinnige Welt wurde kristallklar. Diese Bände werden erklären, warum der Westen die Sowjetunion aufgebaut hat und Hitler; warum wir in den Krieg ziehen, um ihn zu verlieren; warum Wall Street sowohl Marxisten als auch Nazis liebt, warum die Kinder nicht lesen können; warum die Kirchen zu Propagandaquellen verkommen sind; warum geschichtliche Fakten unterdrückt werden, warum Politiker lügen und noch hundert andere Warums."

Und etwas später: "Vor allem hat der Orden Macht, unvorstellbar viel Macht. Falls der Leser standhaft bleibt und das ausgebreitete Beweismaterial prüft, das überwältigend ist, wird sein Blick auf die Welt ganz ohne Zweifel plötzlich scharf in die richtige Perspektive kommen."

Bei der Geheimgesellschaft handelt es sich um den Orden "Chapter 322", auch "Skull & Bones" genannt, eine sogenannte Senior-Society der Elite-Universität Yale. Von Mitgliedern wie auch von Außenstehenden wird die Gesellschaft auch einfach "The Order" ("Der Orden") genannt, ein Name, in dessen lakonischer Kürze man die Macht wiederentdecken kann, die ihr zugesprochen wird.

Die Gesellschaft wählt jedes Jahr 15 Mitglieder aus dem Abschlussjahrgängen von Yale zu Mitgliedern, die in einer Zeremonie initiiert werden. Nimmt man etwa 50 Jahrgänge als gleichzeitig lebend an, so hat sie rund 750 lebende Mitglieder. Einen Einblick in die Mitgliederliste von Skull & Bones kann man sich bei wikipedia.org verschaffen. 30

Skull & Bones hat seinen Schwerpunkt nicht im universitären Leben, sondern außerhalb der Universität im Berufsleben ihrer Mitglieder. Die Mitgliedschaft in ihr unterliegt strenger Geheimhaltung. Ihre Mitglieder sind besonders konzentriert in den Bereichen Politik, Recht, Militär, Erziehung, Geheimdienste, Geschäftsleben, Medien, Finanzwesen und Industrie. Mit anderen Worten, sie haben überall ihre Finger drin.

Einige Präsidenten waren Mitglieder von Skull & Bones (William H. Taft von 1909 bis 1913, George Bush von 1989 bis 1993, George W. Bush seit 1999, der sich 2004 gegen seinen Ordensbruder John Kerry durchsetzen konnte), aber Mitglieder des Ordens haben im 20. Jahrhundert eine Fülle von Regierungsposten mit Schlüsselfunktionen innegehabt, insbesondere im Bereich der Außenpolitik.

Mit dem Wirken des Ordens in der Weltpolitik beschäftigt Sutton sich in einem Band der Serie "How the Order Creates War and Revolution". Man kann es als Ergänzung und Ausweitung von Suttons Wall-Street-Büchern lesen. Sutton versucht darin zu zeigen, wie Skull & Bones als Kraft im Hintergrund jene amerikanische Verwicklung sowohl in die Finanzierung der Sowjetunion als auch in diejenige des Nationalsozialismus gelenkt hat, der er in den Wall-Street Büchern auf die Spur gekommen war.

Die Institutionen, deren sich der Orden dabei bedient hat, waren hauptsächlich zwei New Yorker Banken: Guaranty Trust Company und Brown, Brothers, Harriman, beides Institute, deren Vorstandsetagen von Skull & Bones Ordensmitgliedern zeitweise geradezu überquollen. Sutton konzentriert sich in diesen weltpolitischen Überlegungen besonders auf ein Ordensmitglied: W. Averell Harriman (1892-1986), Initiierter des Jahrgangs 1913. Harriman saß im Vorstand beider Banken und übernahm ab den dreißiger Jahren eine Vielzahl von Funktionen in der amerikanischen Politik.

Die Mitgliedschaft im Orden war für den rassistisch orientierten Harriman, der 1932 zusammen mit Rockefeller und Prescott Bush den Eugenik Weltkongreß in New York organisierte, offenbar ein sehr bedeutsamer, entscheidender Bezugspunkt seines Lebens gewesen. In der Identifikation von Harriman als einer der wichtigsten Hintergrundfiguren in der Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts kann man sicher eine der schlüssigsten und anregendsten Einsichten der Serie erblicken. 29

Quellenverzeichnis     Top

01 Jan van Helsing
02 Baron de Montesquieu
03 Niccolò Machiavelli
04 Französische Revolution
05 Protokolle der Weisen von Zion
06 Dreyfus-Affäre
07 Protokolle der Weisen von Zion
08 70 Jahre Berner Prozess - Protokolle
09 Berner Prozess gegen die "Protokolle der Weisen von Zion"
10 Jan van Helsing: Geheimgesellschaften im 20. Jahrhundert
11 Marzahn brauner Katechismus
12 Jan Udo Holey
13 Die Verschwörungstheorien des Jan van Helsing
14 Verbotene oder indizierte Medien
15 Jan van Helsing: Geheimgesellschaften Teil 2 - Das Interview
16 Sergej Nilus und die Protokolle
17 Die Protokolle der Weisen von Zion

18 The Federal Reserve Act of 1913
19 Paul Moritz Warburg
20 Der Warburg-Bericht
21 Antisemitismus
22 Geheimgesellschaften 2 - Jan van Helsings Rassismus
23 Wurde die russische Revolution von Juden gesteuert?
24 Anthony Sutton: Wallstreet und der Aufstieg Hitlers
25 US-Politik im Ersten Weltkrieg Teil 1
26 US-Politik im Ersten Weltkrieg Teil 2
27 How the Bush Family made its fortune from the Nazis
28 Skull & Bones & Bush
29 Anthony Sutton: Skull & Bones
30 Mitgliederliste von Skull & Bones
31 Hitlers Partner

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